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- Sonntag, 22. Oktober 2006, 23:59
- Der Charme der Örtlichkeit: Nola's am Weinberg
- Ich mag ja das Nolas, eigentlich (und eigentlich heißt es Nola's am Weinberg. Im Volksmund aber Nolas - ist auch leserlicher). Es ist ein schöner Platz im Herzen des Weinbergparks - mitten in Berlin. An einem schönen, sonnigen Tag, wie es heute einer war, gehe ich gern dort hin. Manchmal treffe ich mich dort mit Freunden, manchmal nehme ich mir auch ein gutes Buch oder was ich sonst so zum Lesen in die Finger bekomme mit und genieße den Tag bei einem Latte Macchiato, oder zwei. Gerade an Sonntagen, an denen man gerne einmal den lieben Gott einen guten Mann sein lässt und sich vom Alltagsstress erholen will, bietet sich das Nolas mit seiner großen Terrasse mit Blick über den Park an.
Sonntags - da hat man Zeit, da ist es dann auch mal egal, wenn der Kaffee mal ein paar Minuten länger dauert. Im Nolas jedoch dauert es schon aus Prinzip länger - immer - auch unter der Woche. Vielleicht liegt es an ihrem System. Ein Kellner nimmt die Bestellung, sofern man überhaupt als neuer Gast bemerkt wird, auf, ein anderer Kellner serviert. So ist es nicht verwunderlich zwischen Eintreffen und dem ersten Nippen am Heißgetränk einmal eine halbe Stunde zu warten. Der geübte Nolas Besucher weiß das, stellt sich darauf ein, genießt die Sonnenstrahlen und wartet. Wenn nach einer halben Stunde das Getränk noch nicht da sein sollte, kann man, sofern man ihn erwischt, auch gerne noch mal den Kellner fragen.
An Herbsttagen wie heute kann es schon mal vorkommen, dass die Temperaturen auf einmal rapide sinken. Wenn die Sonne sich nicht mehr zeigt und ein Dunst über der Stadt liegt, wird es ohne Jacke und Pullover dann schon einmal ungemütlich. Für solch einen Fall oder auch wenn man einfach nur ein leckeres Essen von der schweizerischen Speisekarte zu sich nehmen will, besitzt das Nolas einen äußerst geschmackvoll eingerichteten Innenbereich (man kann jedoch auch draussen essen, damit keine Verwirrung aufkommt).
Seien wir mal ehrlich, es ist schon ein Kreuz mit der Technik. Auch wenn man dieser Tage auch nur einen Kaffee trinken möchte, fällt es einem gar nicht mehr so leicht ihr zu entkommen. Sitzt man beispielsweise an einem Tisch und möchte aus besagten Kälteerscheinungen das Gespräch mit seiner Begleitung nach innen verlegen, bringt das heutzutage nicht nur den Kellner, sondern auch die Kasse und damit die Abrechnung durcheinander. Jedoch, die Tücken der Technik kennend, fragt der geschulte Gast heute vorsichtshalber lieber einmal nach: "Entschuldigung, wir würden gerne nach drinnen wechseln und wollten lieber Bescheid geben, nicht das Eure Kasse durcheinander kommt." "Kein Thema, könnt ihr vielleicht zahlen, dann wird es hinterher kein Problem".
Soweit der einvernehmliche Teil. Es ist übrigens kein Problem im Nola mit Karte zu zahlen, oder fast keines, doch dazu komme ich später. Wer das Nolas nicht kennt, der stelle sich eine große - und wenn ich das sage dann ist sie auch wirklich, wirklich groß - Terrasse vor. Eine Kartenzahlung am Platz stellt jedoch kein Problem dar, denn dank des Segens der Technik sollte es möglich sein über ein Funk-Kartendurchzieh-Gerät bequem vom angewärmten Platz zu bezahlen. Im Nolas geht dies übrigens nicht, die Reichweite des Kastens reicht nicht. Dies ist aber schon bekannt und daher zucken nicht nur die Finger sobald man die Karte herausholt, sondern auch die Beine, um dem Kellner zur Kasse zur folgen.
Nun ja, es ist vielleicht jedem schon so gegangen, dass die Karte mal nicht wollte, auch beim zweiten Anlauf nicht, oder beim dritten. Nur gut, wenn man sich dann schon mal ins Warme retten kann, denn dank der Funktechnik (oder was auch immer es ist) kann dann der nächste Kellner ja noch mal zur Abrechnung vorbeikommen. Also, schnell die Karte durchgezogen und im Eiltempo in den Funkbereich und darauf hoffen, dass es funktioniert.
"So, jetzt hat es geklappt. Ich wünsche Euch noch einen schönen Abend". Spätestens hier hätten bereits die Alarmglocken bei mir klingeln sollen. Wir sind doch nur rein gegangen und wollten uns drin weiter unterhalten und ich hatte auch noch nichts gegessen und die Rösti mit Spiegeleiern sind vorzüglich.
Der Innenbereich ist überschaubar, wir jedoch waren nach dem Satz des Kellners anscheinend übersehbar. Es dauerte eine weitere geschlagene Viertelstunde, bis sich eine Kellnerin unserem Platz näherte und uns mit dem folgenden Satz begrüßte: "Seid ihr nur zum Aufwärmen hier oder bestellt Ihr auch was?" In solchen Augenblicken fällt einem, auch wenn man von der Berliner Gastronomie einiges gewohnt ist, nichts mehr ein.
Nach der Bestellung kam irgendwann noch eine Freundin an den Tisch und begrüßte uns mit den Worten "Schön, mal wieder im Nolas, der Laden mit dem schlechtesten Service der Stadt".
Nachdem ich meine Rösti verdrückt hatte blieb erstmal mein Teller oder besser gesagt die gusseiserne Pfanne noch weitere 15 Minuten vor meiner Nase stehen. Die Kellnerin war bereits fünf- oder sechsmal an mir vorbei gerannt. Danach wollten wir dann zahlen. Der geneigte Leser ahnt schon was jetzt kommt.
Ich zucke und zücke meine Euro-, oder soll man nicht besser heute sagen, Mastercard, um meine Rechnung von 13 Euro zu begleichen. Meine charmanten Begleitungen sahen es nicht ein für den miesen Service Trinkgeld zu geben und verlangten daher das Wechselgeld zurück, was der Kellnerin anscheinend missfiel. Daher kam sie irgendwann mit dem Gerät (das ausnahmsweise einmal funktionierte) zurück und fauchte mich an: "Wenn ihr das nächste Mal kommt, wenn ihr überhaupt noch mal kommt, kannst Du Dir gleich merken, dass wir bei so kleinen Beträgen die Eurocard nicht annehmen, nur EC".
Einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig. Ich blieb ruhig, sagte gar nichts, schaute sie nicht an und bin stolz auf mich. Ich bin wie gesagt mittlerweile die Gastronomiebetriebe in Berlin gewohnt - und wer mich kennt, der wird jetzt wieder sagen: "Mecker' nicht schon wieder, das ist halt Berlin" - aber so was ist mir selbst hier noch nicht passiert. Doch mein ausgeglichenes Gemüt war mir diesen Sonntag wichtiger, als mich mit dieser Person auseinander zu setzen.
Also - wer es selbst einmal testen und einen schönen Platz mit extrem schlechtem Service und dazu noch für Berliner Verhältnisse ambitionierten Preisen erleben will, dem empfehle ich das
Nola's am Weinberg
Restaurant & Cocktail Lounge
Veteranenstraße 9
10119 Berlin-Mitte
Fon 440 40 766
Der Charme der Örtlichkeit ist eben alles.
- Freitag, 20. Oktober 2006, 13:43
- Digitale Bohème Nachschlag
- So, nun war ich also auf dieser Lesung zu dem Buch "Wir nennen es Arbeit"
. Ich habe mir das Buch zwar aus Interesse hinterher gekauft, doch an der Lesung selbst kann es nicht gelegen haben. Gut, dass ich am Fenster saß und zumindest das Treiben am U-Bahnhof Schönhauser Allee beobachten konnte.
Was ich auf alle Fälle heraus gehört habe ist, dass sich der Digitale Bohème vorwiegend darum kümmert RESPECT-Netzwerke aufzubauen, um von diesen dann CREDITS zu ernten. Der DB investiert also mehr Zeit in das Knüpfen von Kontakten mit Gleichgesinnten, als sich um das Geldverdienen zu kümmern. Das Verdienen von schnöden Mammon dient einzig und allein dazu, nicht zu verhungern, das Überleben zu sichern. Nur so lässt sich anscheinend erklären, dass der geneigte Zuhörer 5 Euro Eintritt für die Lesung berappen musste. Denn der DB entwickelt eigene Überlebensstrategien, um seinen Fortbestand zu sichern.
Alles in Allem wirkte das Ganze recht unvorbereitet und die Lesefähigkeit des ein oder anderen Autors ließ auch zu wünschen übrig. Und bitte Jungs, lernt für die weiteren Lesungen, die ihr haltet, wie man ein Mikrophon benutzt. Der schönste Satz des Abends war meiner Meinug nach: "Wir danken vor allem unserem Gaphiker, der es geschafft hat Illustrationen zu machen die immer ein kleines Stückchen am Thema vorbei gehen".
Das Buch ist jetzt bei mir in der Warteschlange und ich werde es demnächst antesten, um mir ein eindringlicheres Bild zu machen. Fortsetzung folgt.
- Donnerstag, 19. Oktober 2006, 12:30
- Digitale Bohème
- Im September ist ein Buch auf den Markt gekommen, das mir recht lesenswert erscheint. Der Titel ist "Wir nennen es Arbeit". Heute Abend ist dazu in der Thalia Buchhandlung in den Schönhauser Allee Arkaden in der Schönhauser Allee 79-80 die Erstpräsentation.
Das Buch beschäftigt sich mit der Abkehr vom Angestelltendarsein hin zum freien Schaffen. Hier ein Auszug aus der Kurzbeschreiung:
ETWAS BESSERES ALS DIE FESTANSTELLUNG FINDEN WIR ÜBERALL!
Sie verzichten dankend auf einen Arbeitsvertrag und verwirklichen den alten Traum vom selbstbestimmten Leben. Mittels neuer Technologien kreieren sie ihre eigenen Projekte, Labels und Betätigungsfelder. Das Internet ist für sie nicht nur Werkzeug und Spielwiese, sondern Einkommens- und Lebensader: die digitale Boheme. Ihre Ideen erreichen – anders als bei der früheren Boheme
– vor allem über das Web ein großes Publikum und finanzieren sich damit. Ein zeitgemäßer Lebensstil, der sich zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt.
Auf Angestellten-Frust kann man mit der „Entdeckung der Faulheit“ reagieren, wie es Corinne Maier in ihrem Bestseller fordert: Arbeitszeit absitzen, sicheres Gehalt einstreichen. Die digitale Boheme repräsentiert die mutigere Alternative: Immer mehr junge Kreative entscheiden sich für das Leben in Freiheit. Ihr Hauptziel ist nicht das Geldverdienen, sondern ein selbstbestimmter Arbeitsstil, der den eigenen Motiven folgt – in unsicheren Zeiten vielleicht die überlegene Strategie. Denn ihre enge Einbindung in soziale, künstlerische und digitale Netzwerke bringt ständig neue, teilweise überraschende Erwerbsmöglichkeiten mit sich. Sie schalten Werbebanner auf ihren Websites, handeln mit virtuellen Immobilien, lassen sich Projekte sponsern oder verkaufen eine Idee an einen Konzern. Ihre Produkte und ihre Arbeitsweise verändern den Charakter der Medien und des Internets, bald auch den der Gesellschaft. Holm Friebe und Sascha Lobo porträtieren die digitale Boheme: Sie stellen erfolgreiche Konzepte und innovative Ansätze vor und erklären wirtschaftliche, technische und soziale Entwicklungen und Hintergründe. Ihre spannende Analyse einer zukunftsgewandten Daseinsform inspiriert dazu, so zu arbeiten, wie man leben will.
Zudem sind noch weitere Termine
geplant, die auf der zugehörigen Webseite
eingesehen werden können.
- Sonntag, 6. August 2006, 21:26
- SMS immer beliebter
- Die Einen fordern Bewerbungen per SMS
, die Anderen schmeissen per SMS raus
.
- Samstag, 5. August 2006, 21:18
- Ein vollkommen neues Gefühl
- Ok, dieses Teil ist nicht neu
, aber wer kann schon immer alles kennen. Die Durchsicht von innen nach außen in diesen öffentlichen Toiletten vor der Londoner Tate Gallery ist blendend. Von außen nach innen ist nichts zu sehen, nur ein Spiegel.
- Freitag, 4. August 2006, 12:32
- Schwein gehabt.
- Da hätten uns die Schweden ja beinahe mit einem Super GAU
den Sommer verdorben.
- Dienstag, 1. August 2006, 12:17
- Kostenlos telefonieren
- Ja, das ist möglich. Zumindest laut Anbieter des Dienstes in folgende Netze:
PeterZahlt funktioniert täglich zwischen 6:00 Uhr und 24:00 Uhr und verbindet Sie derzeit aus dem deutschen Festnetz in die Festnetze der folgenden Länder:
Deutschland
Großbritannien
Frankreich
Italien
Österreich
Schweiz
Spanien
USA (auch Mobilnetze)
* Kanada (auch Mobilnetze)
Jedes Gespräch kann bis zu 30 Minuten lang sein. Während des Gespräches wird auf der Seite Werbung eingeblendet. So soll das Ganze finanziert werden. Gut für die, die ein schnurloses Telefon haben. Zu finden unter peterzahlt.de
.
- Montag, 31. Juli 2006, 22:01
- Spreadshirt kauft La Fraise
- Gerade erst mit Venture Capital ausgestattet, hat Spreadshirt bereits zugeschlagen und die französische Firma La Fraise gekauft. La Fraise veranstaltet T-Shirt-Design-Wettbewerbe und sind dabei anscheinend die Größten auf dem europäischen Markt.
Keine schlechte Idee von Spreadshirt. Werden ihnen doch die Designs sozusagen frei Haus geliefert. Die Gewinner des monatlichen Wettbewerbs bekommen bis zu 1.000 Euro und sorgen auch noch für die Verbreitung in dem sie Freunde und Bekannte auffordern für ihr T-Shirt-Design zu stimmen.
[via gründerszene
]
- Samstag, 29. Juli 2006, 15:24
- Was passiert eigentlich mit der deutschen Sprache?
- Habe geradeben auf golem
ein paar Auszüge aus dem neuen Duden gelesen. Ich hatte ja vor geraumer Zeit schon mal geschrieben, dass das Weblog jetzt männlich
ist und der Weblog heisst. Ich halte es da wie die FAZ und mache was ich will, die neue deutsche Rechtschreibung - da blickt doch sowieso keiner mehr durch.
Der Weblog oder der Blog ist nach dem Duden eine "tagebuchartig geführte, öffentlich zugängliche Webseite zu einem bestimmten Thema". Demnach ist mein Blog laut Duden gar kein Blog. Denn hier ist mit Sicherheit nicht von einem bestimmten Thema die Rede.
Da muss ich wohl mal versuchen die Damen und Herren vom Duden zu voipen. Wenn das überhaupt geht. Wahrscheinlich haben sie nur einen schnöden Telefonanschluss. Voipen? Ach so, ja, äh, "über das Internet telefonieren".
"Du, ich voip' Dich dann später." "Hör' mir bloß auf mit Voipen, ich habe Dich gestern gevoipt, aber Du warst offline". "Ja, ich weiß, aber mein Sohn ist doch ein Auflaufkind und wir mussten ins Stadion".
Ein Auflaufkind ist übrigens keine Zutat für einen leckeren Kinderauflauf, sondern ein "Kind, das einen Spieler beim Auflaufen aufs Spielfeld begleitet".
Da halte ich es zum Abschluss dieses Eintrages mit Goethe: "Du sprichst ein großes Wort gelassen aus." - Iphigenie auf Tauris, 1. Aufzug, 3. Auftritt / Thoas
- Donnerstag, 27. Juli 2006, 22:18
- Ich hör' Musik mit meinem...
- ...tja, mit was, werden sich die Kanadier im französischen Teil Kanadas demnächst fragen. Das Microsoft zu Weihnachten einen iPod-Killer
auf den Markt bringen will, ist nichts Neues.
Das das Ding "Zune" heißen soll, ist auch nichts Neues.
Das aber "Zune" im französischen Teil Kanadas "Schwanz oder Pimmel" heißt, war mir hingegen neu. Die Diskussion hatten wir ja gerade erst
. Wird interessant zu sehen, ob Microsoft den Namen beibehält oder sich dagegen entscheidet. Immerhin sprechen mehr als 9 Millionen Kanadier französisch.
[via The Inquirer
]





